WordPress: Der Umstieg meines Blogs

Eine kleine Beschreibung des Umzugs meine Seite auf das Wordpress-Ökosystem. Was man alles nicht beachten muss.
Alexandre Soler Sanandres
Alexandre Soler Sanandres
Inhalt

WordPress: Kurzgeschichte einer Umstellung

Nach eine lange Pause, habe ich mich meinem Blog-Projekt wieder gewidmet und ihn während der letzten Wochen auf WordPress umgestellt. Die Umstellung an sich war nicht so schwierig, wie befruchtet. Das Hin und Her kopieren der Texte ist trivial, ich habe nur ein paar der alten Artikel übernommen. Dieser Arbeit hat mir gezeigt, wie leicht sich Beiträge erstellen lassen, vorausgesetzt man hat den Inhalt parat.

Das schwierige daran, ist sich zwischen hunderttausende von Themen, Erweiterungen, Einstellungen und Entscheidungen, zurechtzufinden. Die schier unendliche Menge an Auswahlmöglichkeiten macht es nicht leicht einem passenden Gewand für die Seite zu finden. Die Entscheidung zu treffen, was für Erweiterungen ich benötige und welche brauche ich gar nicht, war schwierig. Was bei dem Einem das Beste und unbedingt notwendig ist, verursacht bei dem Anderen missfallen. Echt, das ist die buchstäbliche „Qual der Wahl“, wie man so sagt.

Warum habe ich das Ganze auf WordPress umgestellt?

Aus recht banalen Gründen. Ich wollte meine Blog-Beiträge aus meiner Beratungsseite herauslösen und in eine eigene Seite präsentieren.

Ich habe mich für WordPress entschieden, weil es mir eine einfache Möglichkeit bietet mein Vorhaben umzusetzen. Der Einschätzung, das WP ganz einfach ist, schließe ich mich bedingt an. Darüber hinaus sind Sicherheit und das Einhalten geltende Gesetze wichtige Punkte, die nicht außer acht gelassen werden dürfen. Da hatte ich nicht nur Gutes über WordPress gehört.

Ich habe jetzt einen Zwischenstand erreicht, der meine Meinung nach sich schon mal zeigen lässt.

Der Entscheidungsprozess

Ich habe mehrere Themen ausprobiert und mir unterschiedliche Erweiterungen angeschaut, mit dem Ziel meine Anforderungen zu erfüllen.

In der WordPress Welt entspricht ein Thema das Gewand der Seite, spricht das Aussehen. Wohingegen Erweiterungen verschiedene Funktionalitäten übergreifend anbieten.

Voraussetzungen

Ich ziehe vor, Open Source Projekt zu verwenden.

Es ist mir auch wichtig, dass die alte und die neue Seite ein ähnliches Funktionsumfang anbieten. Natürlich muss die Installation und Verwaltung angenehmen und leicht von der Hand gehen.

Manche Menschen sind der Meinung, dass freie Themen und Erweiterungen niedrige Qualität vorweisen. Ich finde das nicht. Sie bieten nicht so viel Funktionalität, wie die kostenpflichtige Alternativen aber das stört mich erstmal nicht.

Das Erstellen und Vertreiben von WordPress-Komponenten scheint ein brummendes Geschäft zu sein und die schicken Funktionen sind zwar toll aber recht teuer. Falls man die Zeit und das Wissen hat, ist es durchaus möglich eigene Themen und Erweiterungen für alles, was man braucht, zu erstellen, aber glaubt mir: Leicht ist das nicht und die Zeit dafür war mir anderweitig besser investiert.

Das WordPress Thema

Wie schon erwähnt, habe ich mir mehrere Themen angeschaut und am Ende bin ich bei Blocksy gelandet. Es handelt sich um ein allgemeines Thema, reaktiv, SEO-Bereit, eignet sich für viele Anwendungsbereiche und ist mit unterschiedliche Page-Builder kompatibel (Falls ich irgendwann in der Zukunft mich entscheide damit zu arbeiten). Von den Themen, die ich mir angeschaut habe, war es dasjenige, mit der größte Flexibilität und die meisten Einstellungsmöglichkeiten.

Damit habe ich das Aussehen meines Blogs definiert, zum Beispiel Haupt-, Beitrags- und andere Seiten, aber gleichermaßen die Darstellung von Kopf-, Fuß-, Datenbereich und Seitenleisten festgelegt. Kategorien und Tags werden standardmäßig von WordPress unterstütz, dementsprechend stellen sie kein Problem dar.

Logischerweise sind diese Werkzeuge nicht in der Lage alles zu leisten. Ich hatte bis jetzt viele meine Webseiten selbst mit React, Vue, Hugo, Gatsby oder Jekyll geschrieben und da hat man als Entwickler deutlich mehr Freiheiten, aber ehrlich gesagt, vermag ich allen Ernstes nicht besser zu klagen. Abgesehen davon, bleibt einem immer die Möglichkeit Themen oder Erweiterungen selber zu schreiben, wenn man sonst nichts Fertiges findet. Ach ja, kostenpflichtige Komponenten zu verwenden ist im Übrigen weiterhin einen Weg, der man bestreiten könnte, wenn man es möchte.

Die WordPress Erweiterungen

Die funktionalen Erweiterungen decken unterschiedlichen Bereichen einer Webanwendung ab. Eine Auswahl zu treffen war nicht immer leicht.

Sicherheit

Für die Sicherheit der Seite verwende ich All in One WP Security und UpdraftPlus (Beide Freemium Produkte, die ich in der kostenlosen Version nutze).

Der Erste besitzt eine Unmenge an Sicherheitseinstellungen und Anpassungen, um die mögliche Angriffsfläche klein zu halten. Naturgemäß erreicht man nie absolute Sicherheit, aber ich finde, es ist ein guter Anfang. Ich werde in Zukunft weitere Einstellungen ausprobieren, um die Sicherheit zu erhöhen. Darüber hinaus kann man einige andere Einstellungen, die nicht im Plugin vorhanden sind, manuell vornehmen.

Der Zweite ermöglich die Erstellung von Sicherheitskopien der kompletten Seite, damit falls einen „Unfall“ passiert und alles Weg ist, die Möglichkeit hat die Daten wider herzustellen. Außerdem beim Spielen mit den Sicherheitseinstellungen von All in One WP Security ist man gut beraten öfters eine Sicherung vorzunehmen.

Performance

W3 Total Cache ist ein Freemium Werkzeug, um die Performance der Seite zu tunen. Mit der kostenlosen Version lassen sich eine Menge Maßnahmen ergreifen, um die Leistung zu erhöhen, z. B. Caching von Seiten, minimieren und säubern von Javascript und Stylesheet-Dateien und vieles mehr. Da ist jeder selbst Koch und entscheidet, welche Einstellungen die Richtigen sind, den abhängig vom Inhalt sind manche Maßnahmen wirkungsvoller als andere.

SEO

Da habe ich nicht lange gesucht, Hoch angepriesen wird die kostenlose Version von Yoast SEO, wie beim allen Freemium-Produkte ist die Werbung beim Administrieren der Seite etwas nervig, aber man lernt sie zu ignorieren. Ansonsten bietet dieser Plugin alles, was das SEO-Herz begehrt. Erwartungsgemäß ist die kostenlose Version abgespeckt, aber die wichtigsten SEO relevanten Themen werden abgedeckt.

Emails

Einige der Anforderungen, die ich an der Seite habe, waren mit diesen Erweiterungen nicht abgedeckt, also habe ich mir ein paar weitere geholt.
WP Mail SMTP ermöglicht das Versenden von E-Mails über einen beliebigen SMTP-Server (erlaubt auch, andere E-Mail Anbieter zu bedienen, aber das war für mich nicht relevant) und ich ziehe es vor, dass die Seite über meinem eigenen Mail-Server versendet.

Kontaktformular

Eine Kontaktseite im Blog ist einfach ausgedrückt ein Muss. Dafür verwende ich WPForms Lite, wieder ein Freemium Produkt, welche die Ansprüche genügt. Damit lassen sich Formulare erstellen und in den Seiten nach belieben Einfügen. In meinem Fall schlicht und ergreifend ein schlankes Kontaktformular, der Erwartungen entsprechend mit dem obligatorischen DSGVO Hinweis.

Selbstgehostete Schriften

Jeder Internetseite ist verpflichtet, die DSGVO-Auflagen zu genügen. Auf diesen Grund ziehe ich vor die Schriften, welche ich zu benutzen bedenke, direkt auf der Seite haben und nicht die von Google Fonts zu verwenden, denn sonst werden Daten des Nutzers meiner Seite bei Google gespeichert und es würde mir besser gefallen, wenn sich das vermeiden ließe.

Das ist auch der Grund warum ich keine Anbieter-Social-Media-Erweiterungen in der Seite angebunden werden, denn Facebook, Google und andere greifen gerne Daten ab. Um das zu bewerkstelligen, habe ich die notwendigen Dateien manuell auf die Seite geladen und dank Header Footer Code Manager lade ich sie, da wo ich sie brauche.

Andere DSGVO Themen

Der letzte offene Punkt ist das Thema Analyse Werkzeuge und Cookies. WordPress selbst setzt einige Cookies, welche für deren korrekte Funktionsweise notwendig sind, aber da kommen weitere dazu, bzw. Persönliche Daten, die von der Webseite oder der Server, auf dem sie gehostet wird, gespeichert werden. Manche sind als notwendig anzusehen, weil ohne sie die Seite gar nicht lauffähig wäre. Ungeachtet dessen ist der Besucher darüber zu informieren und ist angehalten sich bewusst für oder gegen die Verwendung nicht notwendige Cookies oder Analyse Werkzeuge zu entscheiden. Consent Tools sind das Hilfsmittel der Wahl, um das zu ermöglichen.

Ich habe mich dafür entschieden Klaro zu verwenden, ein Open Source Projekt, der genau diese Aufgabe erledigt. Klaro bietet zwar ein WordPress Plugin, aber ich habe diesmal vorgezogen, die nötigen Dateien manuell auf dem Server zu bringen und die Konfiguration selbst zu schreiben. Das bietet mir mehr Flexibilität. Die notwendigen Dateien lade ich, wieder ein Mal mit Header Footer Code Manager. Analog verwende ich dasselbe Plugin, um die Konfiguration für Matomo (Analyse Werkzeug) zu laden, aber nur wenn der Benutzer sich einverstanden erklärt hat.

Ist damit alles erledigt?

Nein, bei weitem nicht, gewiss brauche ich jetzt Blogeinträge, welche die Webseite mit Leben füllen, aber darüber hinaus gibt es einige Funktionalitäten, die ich gerne hinzufügen würde.

Zum Beispiel wäre es begrüßenswert, die Sprache des Beitrags als Kategorisierungsgruppe zu haben. Ich habe bis jetzt nicht herausgefunden, wie andere Gruppierungsmöglichkeiten abgesehen von Kategorien und Tags, zu erstellen sind.

Eine weitere Verbesserung, wäre einen Weg zu finden, die voraussichtliche Lesedauer zu ermitteln und diese mit den anderen Daten anzuzeigen.

Und last but not least würde ich gerne das Benutzer sich an den Blog abonnieren, aber das ist irgendetwas für eine spätere Erweiterung der Funktionen der Seite.

Das ist fürwahr alles für den Moment, ich arbeite weiterhin daran und werde unter Umstände meine Freiberufler-Seite ebenfalls umbauen. Ich habe versucht, euch einen Einblick zu verschaffen, in die Tätigkeiten und Entscheidungen, die ich bei dieser Umstellung habe treffen dürfen. Dies geschieht in der Hoffnung, dass es euch hilft, falls ihr in eine ähnliche Lage seid.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und genießt das Leben.